Schrift

 

Die Fußabdruckschrift verliert sich in einer Nebelwebe,

die Himmel und Erde eint. Jeden Winter Spuren.

Eisfedern. Engel im Schnee. Ach, käme ich an diese Grenze,

ich schriebe eine Zeile, ein Gebet mit nackten Füßen.

In der Talsohle, wo weich es verginge, ließe es nur eine Rinne;

Wolken darin – in den Wolken: Flügel.

 

 

(veröffentlicht in: Das Wasser, Behausung des Durstes

Edition Lyrik-Salon Spezial, Hrsg. Fouad EL-Auwad, von ihm auch übersetzt ins Arabische)

Lied

 

II: Herzschlag, Herzschlag:II

Ein Versmaß. Ein Lied,

zu lernen daran

ein Leben lang.

 

(veröffentlicht in: Das Wasser, Behausung des Durstes

Edition Lyrik-Salon Spezial, Hrsg. Fouad EL-Auwad, von ihm auch übersetzt ins Arabische)

 

Vom Laub

 

Vom Gerechten bleibt

nach kühnem Funkenflug

denen am Feuer fauchende Glut. 

 

Asche aufs Haupt.

 

Ich will Rächerin der Gerechten sein,

ich harre aus, 

ich reche nichts.

Ich sitze still. In Blattgold –

der Garten.

 

Die Nachbarn sagen:

Das ist ungerecht.

 

Ja, denke ich,

es gibt ganze Wälder Ungerechtes.

Und so viele, die darin spazieren.

 

(veröffentlicht in der Anthologie "Weltbetrachter", in "Zaunkönigs Zepter"

und hier die überarbeitete Fassung)

 

Überfahrt

 

Das Boot folgt den Sternen

Im Seegras gehen sie auf

Tropfen unter dem Kiel

Ein Tau ankert im Gestern

Lichtet sich im Morgen

Allein der Ruderschlag zählt

Unfehlbar das Gestirn

 

(veröffentlicht im "Ostragehege")

... und auch in das Buch "Zaunkönigs Zepter" beim Thelem-Verlag kann man reinlesen

Nächstes Lyrial:

08.09.2026

gegen 20.30Uhr im Wald

hier:

https://maps.app.goo.gl/WU5axUTs7zTzGNHk7?g_st=am

 

Nächste Lesung

am 18.09.2026

20 Uhr

in der Ausstellung

"Der alte Feuerwache"

von Matthias Jackisch

in der Alten Feuerwache Dresden

Klang: Robert Zeisig und

Matthias Jackisch

 

am 20.11.2026,

19.30 Uhr

Produzentengalerie Jahnaischer Hof Meißen

Klangvolle Lesung

mit

Matthias Jackisch an den Steinflöten

 

 

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© Carla Schwiegk